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Jubel in Berlin: Sieg für Murat Vural & Co. Print E-mail
Samstag, 08 April 2006

Castrop-Rauxel - Sie haben die Bildung als wichtigsten Baustein der Integration erkannt und engagieren sich seit 2004 ehrenamtlich für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien. 30 ausländische Studenten des Interkulturellen Bildungs- und Fördervereins (IBFS) aus Castrop-Rauxel wurden gestern in Berlin von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen - (Foto) für ihr vorbildliches, ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.



 

Vorsitzender Murat Vural und seine Mitstreiter hatten sich mit ihrer Initiative als eines von insgesamt 550 sozialen Projekten im vergangenen Jahr bei dem bundesweiten Wettbewerb "startsocial" beworben. Nach einem harten Ausscheidungskampf wurden schließlich 25 Vereine zur Preisverleihung in das Berliner Museum Hamburger Bahnhof eingeladen. Unter ihnen wurde schließlich noch einmal gesiebt, bis am Ende sieben Bundessieger feststanden. Murat Vural und Co. gehörten dazu. Sie durften sich über 5000 Euro freuen.

Ihr interkultureller Verein fördert derzeit 120 Schüler mit Migrationshintergrund aus der Janusz-Korczak-Gesamtschule in Ickern und über die Kooperation mit dem Stadtteilbüro in Deininghausen. Angebote wie Hausaufgabenbetreuung, Sprach- und Nachhilfekurse, Freizeitgestaltung sowie Betreuung und Coaching im Bereich Schule und Familie steigern bei den betreuten Kindern die schulischen Leistungen. "Innerhalb von sechs Monaten", so berichtet Murat Vural, "haben 75 Prozent der betreuten Schüler den Notendurchschnitt ihrer Zeugnisse deutlich verbessert. Das schafft Selbstvertrauen." Demnächst sollen auch Angebote im vorschulischen Bereich ausgebaut werden. "Denn Integration kann nicht früh genug beginnen, wenn sie erfolgreich sein soll", so Murat Vural.

SPD-Bundestagsabgeordneter Frank Schwabe, der 30 der insgesamt 68 ehrenamtlich tätigen Studenten des IBFS nach Berlin eingeladen hatte, ist begeistert von dem Castrop-Rauxeler Projekt: "Gerade im Zusammenhang mit der Debatte um die Hauptschule in Berlin-Neukölln und die dabei in den Fokus geratene Frage nach gelungener Integration darf diese Initiative als erfolgreiches Praxisbeispiel gesehen werden." Auch Sozialdezernentin Petra Glöß gratulierte: "Ich kenne kein vergleichbares Projekt." Sie wünschte sich, dass sich nun mehr Schulen kooperativ zeigen. - pwu

 

07. April 2006 | Quelle: Ruhr-Nachrichten
 
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